Interview mit Sebastian Schmaloer aus der MLZ

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gespannt blicken DHG-Trainer Sebastian Schmaloer und seine Spielerinnen dem Saisonendspurt entgegen. MLZ-FOTO keirat

„Das wäre die Krönung“

09.03.2016

Handball: DHG-Trainer Sebastian Schmaloer zum möglichen Aufstieg

VREDEN. Nach dem Ende der Hinrunde hatte die DHG Ammeloe/Ellewick das Thema Aufstieg eigentlich schon zu den Akten gelegt. Jetzt, drei Spieltage vor Saisonende, ist das Team als Tabellenzweiter mittendrin im Titelrennen der Bezirksliga. Trainer Sebastian Schmaloer hat bereits im Winter seinen Weggang zum Saisonende verkündet. Seither läuft es rund… Wir sprachen mit dem 32-Jährigen über den kuriosen Saisonverlauf.

Seit feststeht, dass Sie Ihr Amt niederlegen, hat die DHG kein Spiel mehr verloren und nur einen Punkt abgegeben. Sehen Sie da einen Zusammenhang?

(lacht) Da stimmt, aber ich kann nicht wirklich sagen, ob es da einen Zusammenhang gibt. Vielleicht wollten die Mädels mir einfach einen schönen Abgang bereiten. Scheinbar hat meine Entscheidung der Mannschaft noch mal einen kleinen Ruck gegeben.

Was hat die Mannschaft denn in der Rückrunde so viel besser gemacht als noch in der Hinserie?

Als wir nach unserem Sieg am Sonntag gegen Burgsteinfurt zusammensaßen, haben wir festgestellt, dass die Mannschaft viel enger zusammen gerückt ist. Ich würde nicht mal sagen, dass wir in diesem Jahr so viel besser gespielt haben als in der Hinrunde. Aber in Phasen, in denen es mal nicht so gut läuft, helfen die Spielerinnen sich gegenseitig. Der Zusammenhalt ist definitiv gewachsen.

Welche Spielerinnen haben sich in diesem Jahr besonders hervorgetan?

Das ist schwer zu beantworten. Letztlich sind wir als Team stark und leben von der Breite in unserem Kader. Erwischt eine Spielerin mal einen schlechten Tag, gleicht eine andere das wieder aus. Unser Vorteil ist, dass wir auf allen Positionen doppelt besetzt sind und jeweils ganz unterschiedliche Spielertypen haben. Dadurch können wir auf verschiedene Spielsituationen reagieren.

Jetzt ist der Aufstieg nach Platz vier im Winter tatsächlich noch möglich. Wie bewerten Sie die Chance, dass Ihr Team ihn packt?

Die Rechnung ist ganz einfach: Gewinnen wir unsere letzten drei Spiele, ist der Titel in Vreden. Bevor es am letzten Spieltag gegen Tabellenführer Neuenkirchen geht, haben wir zwei Spiele gegen Mannschaften aus dem Tabellenkeller. Die Aufgaben sind vielleicht auf dem Papier einfacher als die von Neuenkirchen, aber wir werden garantiert gefordert werden.

Könnte die DHG in ihrer aktuellen Besetzung in der Landesliga mithalten?

Wenn die Mannschaft genauso zusammenbleibt, hat sie auf jeden Fall das Zeug, einen einstelligen Tabellenplatz erreichen, da bin ich mir sicher.

Am Samstag steht nun erst mal das Derby in Stadtlohn an. Was erwarten Sie?

Das wird eine ganz schwere Aufgabe. Der SuS ist im Moment deutlich stärker als bei unserem klaren Sieg im Hinspiel. Das hat er vor allem in den letzten beiden Spielen gegen zwei Topteams gezeigt.

Für Sie ist zum Saisonende nach neun Spielzeiten Schluss. Bereuen Sie Ihre Entscheidung schon?

Nein, das tue ich nicht. Ich will eine Pause einlegen, aber meine Laufbahn noch nicht für immer beenden. Als ich die Entscheidung getroffen habe, konnte ich natürlich noch nicht ahnen, dass die Saison so verläuft. Unser Traum lebt, und es wäre die absolute Krönung, wenn ich mich mit dem Aufstieg verabschieden könnte. Das wäre das allergrößte Geschenk, das die Mannschaft mir machen könnte. Aber selbst wenn’s nicht klappt, schaue ich auf eine geile Saison und geile neun Jahre mit den Mädels zurück.

Interview: Sascha Keirat

 

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