Erste - HSG Ascheberg/Drensteinfurt: Bericht aus der MLZ

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In ihrem Abschiedsspiel vor heimischem Publikum war es Martina Korte (l.) vorbehalten, mit neun Treffern als beste DHG-Schützin aus dem Spiel zu gehen. MLZ-FOTO kampshoff

Abend mit Turbulenzen

Handball: DHG besiegt Ascheberg / Gäste-Trainer fordert Spielabbruch

 

VREDEN. Das letzte Heimspiel der Saison entschied die DHG Ammeloe/Ellewick gegen die HSG Ascheberg/Drensteinfurt mit 35:26 (17:14) für sich. Doch bevor das Spiel beginnen konnte, wurde Trainer Sebastian Schmaloer, von seinen Spielerinnen liebevoll „Schmalle“ genannt, nach neunjähriger Tätigkeit verabschiedet. Mit ihm verabschiedeten sich auch die Spielerinnen Maren Müller, Claudia Bensing und Martina Korte.

Während es für die DHG nur noch theoretisch um den Titel ging, kämpften die Gäste noch um den Klassenerhalt. Dies zeigte sich auch in den ersten Minuten: Die Ascheberger legten los wie die Feuerwehr. Nach zehn Minuten stand es 6:4 für die Gäste. Dann aber übernahm die DHG das Zepter und erzielte vier Tore in Folge. Der Vorsprung wuchs bis zur Pause auf 17:14 an. Schon in der ersten Hälfte schwächte sich der Gast durch eine Rote Karte, die eine Spielerin für einen Griff an den Hals von Laura Albersmann sah. 14 Tore konnten die zahlreich erschienenen Zuschauer in den ersten sieben Minute der zweiten Hälfte bestaunen. Das Tempo war in diesen Minuten extrem hoch und beide Teams erzielten je sieben Tore zum 24:21-Zwischenstand für die DHG.

Nun wurde es turbulent, eine Spielerin der HSG beging einen Wechselfehler, der zu ihrer dritten Zeitstrafe und somit zur zweiten Roten Karte für die Gäste führte. Der Gästetrainer war mit den Entscheidungen der Schiedsrichter unzufrieden und forderte seine Spielerinnen auf, das Spiel abzubrechen und sah dafür auch Rot. Das Spiel wurde unterbrochen und die Unparteiischen zogen sich zur Beratung zurück. Trainer Schmaloer, der eine solche Situation schon einmal erlebte und wusste, dass ein Spielabbruch für Ascheberg zu einer hohen Geldstrafe führen würde, konnte dann mit den Spielerinnen der Gäste den Trainer überzeugen, das Spiel fortzuführen und dies teilte man gemeinsam den Schiedsrichtern mit.

 

Unterbrechung

Nach der zehnminütigen Unterbrechung wurde das Spiel dann in doppelter Überzahl für die DHG weitergeführt. Diese Überzahl führte zwar zu keinem Tor, aber die Kräfte der Gäste ließen deutlich nach, da sie auch nur noch eine Einwechselspielerin zur Verfügung hatten. Diesen Kraftvorteil nutze die DHG nach und nach durch Temporeiche Vorstöße aus und konnte dabei ihren Vorsprung stetig steigern. Am Ende feierte die Heimmannschaft einen 35:26-Sieg.

„Wir haben eine sehr kampfstarke Mannschaft aus Ascheberg erwartet, die nie aufgibt. Genau das konnten wir auch heute bis zur Spielunterbrechung beobachten. Ich mache meiner Mannschaft ein Riesenkompliment, dass sie in der Situation so ruhig geblieben ist und am Ende haben wir das Spiel souverän gewonnen obwohl es lange nicht so deutlich aussah“, so Sebastian Schmaloer nach dem Spiel. Für ihn war es der Abschied aus seinem zweiten Wohnzimmer, der ihm sehr weh getan habe, obwohl er das alles noch nicht so richtig realisiert habe.

Spielerin Martina Korte hat in ihren 30 Spieljahren für die DHG eine solche Situation noch nie erlebt, sagte sie. Seit der Saison 1999/2000 ist sie in der ersten Mannschaft aktiv und zeichnete sich dort vor allem durch ihre Kampfstärke, Schnelligkeit und ihren Ehrgeiz aus.

Raphael Kampshoff

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